5. Mai 2021

Jo und der Wolf – und unser strategisches Handwerk mit klarem Qualitätsanspruch.

Heute im Fokus: Welche Farbe hat die Ameise?

Ich habe Stefan gefragt, warum es so wichtig ist, welche Farbe die Tierchen haben … »Neben all unseren täglichen Konzeptions- und Designprojekten für kleine und große Unternehmen habe ich die letzten Monate an einem Kinder-Bilderbuch für einen Verlag in Südkorea gearbeitet. Inhalt: »Die Ameisen Stadt« … natürlich mit vielen niedlichen Ameisen als Protagonisten. Aber auch bei einem so »schönen« Projekt gilt es vorab viele Stunden in die Recherche zu investieren. Denn es gibt ca. 13.000 Arten mit unterschiedlichen Merkmalen und Farbschattierungen. Hinzukommt die geografische Verortung – hier Südkorea – und … ganz wichtig: Ameisen sind in Staaten organisiert mit unterschiedlichem Verhalten. Es gibt die »kleinen lieben« Ameisenarten, aber auch die »gemeinen« Raubameisen die bei Gelegenheit in andere Ameisennester eindringen und die fremde Brut verschleppen. Und somit sind wir auch schon bei der wichtigen Frage »Welche Farbe hat die Ameise«? Die Farbe Rot sollte die Ameise im Bilderbuch nicht haben, denn häufig sind diese Arten »diebisch« unterwegs, so wie die Blutrote Raubameise. Ich habe mich dann für ein Ockerbraun entschieden.

In der Regel sehen wir das Endprodukt. Wieviel Vorarbeit mit Recherche, Konzeption, Diskussion etc. geleistet wird, ist den wenigsten bewusst. Und das gilt für unsere Projekte im Allgemeinen, unabhängig davon, ob es ein Bilderbuch ist oder ein neues Corporate-Design … oder das Magazin für die Kanzlei Masdorp. Denn bei unserer Arbeit, sei es kommunikativ oder visuell, geht es nicht primär um die Frage »Was wir schön finden«, sondern allgemein gesprochen darum »Inhalte zu transportieren und zu visualisieren«. Sehr passend finde ich immer den Satz des Philosophen und Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick »Man kann nicht nicht kommunizieren!«.

Somit ist es dann doch entscheidend, welche Farbe die Ameise hat und auch all die Stunden die investiert werden, bevor man die Farbe anmischt«.

©JoundWo_Ameise

28. April 2021

Das »Fünf-Sinn-Fragen«-Mini-Interview von Jo und der Wolf.

Heute mit Hans-Gerhard Kühn, Agenturberater sowie Gründer und Organisator des AgenturCamps, der seit 2016 beachtliche 17 reale AgenturCamps in Berlin, Frankfurt, Hamburg, Hannover, Leipzig realisierte und seit 2020 aufgrund der Corona-Pandemie die Chancen und Potenziale des virtuellen Formats auslotet.

Lieber Hans-Gerhard,

1. Was bedeutet für dich Glück?

Alle Momente, das Hier und Jetzt zu genießen. Lange Strandspaziergänge. Ein Tag mit der Familie und keiner hat mich gebraucht. Die überraschende Begegnung mit Freunden auf dem Samstagmarkt und nach zwei Stunden immer noch zusammen sein. Der Sommerabend im Garten mit einem kühlen Wein …

2. Welcher menschliche Wert hat für dich aktuell die größte Bedeutung

Gegenseitige Wertschätzung, u.a. wahr-nehmen und zuhören.

3. Was triebt dich bei deinem Projekt »AgenturCamp« am meisten an?

Menschen zusammenbringen und ihnen Räume bieten, in denen sie sich ungezwungen entfalten und einfach eine tolle Zeit verbringen können.

4. Welche Learnings nimmst du für die Eventbranche durch die Corona-Krise für dich mit?

Wie viel Ideen und Kraft in der Branche stecken. Welche neuen – allerdings oft aufwändigen – Konzepte entstanden sind. Viele haben sich zu »TV-Studios« entwickelt. Fehlen tun mir wirklich neue einfache (digitale) Lösungen, die sich zu Gamechanger entwickeln könnten. 

5. Was würdest du dir als Veranstaltungsprofi von der Politik am meisten wünschen?

Klare Rahmenbedingungen, nach denen wir eigenverantwortlich und verantwortungsvoll agieren können. Aufhören uns täglich neue schmierige Politikdramen und -komödien vorzuspielen und endlich die zahlreichen Probleme dieses Landes zu lösen.

©Hans_Gerhard_Kühn-min

21. April 2021

Jo und der Wolfs Digital Kontroverse. Heute: KI pusht Emotion Tracking in Videokonferenzen. Und avanciert zu einem neuen Entscheidungsfaktor im HR-Bereich.

Wir alle stecken seit über einem Jahr in täglichen Videokonferenzen und nehmen an mehr oder weniger interessanten Meetings teil, indem wir auf unseren Bildschirm schauen und das Geschehen mal aktiv mitgestalten oder eher passiv verfolgen. Dabei starren wir nicht nur auf den Bildschirm und sehen alle anderen – wir sehen uns wie beim Blick in einen Spiegel ständig selber, was uns emotional herausfordert und von Forschern »looking class effect« (Spiegel-Effekt) genannt wird. Die wenigsten haben dabei auf dem Schirm, dass ihr Verhalten über die Kamera ihres Macs oder PCs getrackt werden kann. Wirken wir in einer Viko eher aufmerksam, interessiert und neugierig? Oder gelangweilt und abwesend? Mit Hilfe von spezieller KI-Software können Chefs, insbesondere Personaler den vermeintlich »offensichtlichen Gemütszustand« von Viko-Teilnehmern, z.B. bei Job-Interviews tracken, analysieren und auswerten und u.a. in ihre Personal-Entscheidungen mit einbeziehen. Technisch gesehen liest der Algorithmus bestimmte Microexpressions aus dem Gesicht des Teilnehmers heraus und übermittelt dem Personaler Aspekte, die ihm zumeist verborgen bleiben, die aber nach dem derzeitigen Stand der Technologie die Tiefe einer Persönlichkeit dennoch nicht wirklich abbilden können. Die Methode wird jedoch immer häufiger eingesetzt. 

Wir – Jo und der Wolf – möchten auf diese Entwicklung hinweisen und Euch dafür sensibilisieren. Mal ganz unabhängig von datenschutzrechtlichen Aspekten wird klar, dass wir als Individuen nicht nur bei unseren Aktivitäten im Netz immer durchsichtiger werden – wir werden es vermehrt auch in unserer alltäglichen digitalen Kommunikationskultur. Ein Trend, der uns zu denken gibt und unsere Sehnsucht nach Präsenz-Meetings einmal mehr intensiviert. In einem Präsenz-Meeting sind die Hürden, jemanden auf seine offensichtliche Abwesenheit anzusprechen, deutlich geringer. Man ist näher dran am Menschen, spürt die Gesamt-Atmosphäre im Raum und erfährt vielleicht sogar, warum ein/e Teilnehmer/in desinteressiert wirkt, es aber gar nicht ist, sondern z.B. den plötzlichen Tod eines nahen Angehörigen verarbeiten muss. KI kann z.B. im Bereich smarter Technologien sehr hilfreich sein – in der zwischenmenschlichen Kommunikation z.B. beim Emotion Tracking in Vikos sollte ihr Einsatz immer auch durch persönliche Gespräche und emphatisches Hinterfragen auffälliger Verhaltensweisen ergänzt werden. Wir freuen uns jedenfalls sehr auf die ersten Präsenz-Meetings mit unseren Kunden.

JoundWo

31. März 2021

Das »Fünf-Sinn-Fragen«-Mini-Interview von Jo und der Wolf.

Heute mit dem Kölner Kommunikationsdesigner Detlef Behr, der in den letzten Jahren viele Ausschreibungen in puncto Briefmarken-Gestaltung gewonnen und einige Briefmarken realisiert hat. Unter anderem die Marke »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland«.

1. Lieber Detlef, was fasziniert dich am Medium Briefmarke als Kommunikationsträger?

Für mich ist die Briefmarke nicht nur Funktion, sonder auch und vor allem ein Stück Kultur. Ist es, vielleicht gerade in der heutigen Zeit, nicht ein Gewinn, das Funktionale mit einer visuellen Botschaft verbinden zu können? Die man als Absender mit der Auswahl des Motivs auch noch ganz individuell entscheiden kann.

2. Was fordert dich dabei als Gestalter besonders heraus?

Aus meiner Sicht: möglichst drei unterschiedliche Ideen zu entwickeln und diese dann auf dem doch kleinen Format so zu visualisieren, dass sie inhaltlich verständlich sind und zusätzlich eine gewisse gestalterische Attraktivität ausstrahlen.

3. Wie bist du überhaupt auf die Briefmarke gekommen – wie fing das alles an?

Als Designer, der auch gerne Plakate gestaltet, habe ich mich früh für das »Miniplakat« interessiert und wußte immer, daß Briefmarke und Behr einfach zusammengehören. Um in den Gestaltungsprozeß einsteigen zu können, muß man allerdings erst einmal eine Hürde überwinden: die Aufnahme in den Designerpool. Das ist mir gelungen und seitdem freue ich mich über jede Einladung, die gleichzeitig auch immer eine gestalterische Herausforderung ist.

4. Auf welche Prämierung und Marke bist du besonders stolz und warum?

Mein Ziel ist es immer, einen der drei von mir abgegebenen Entwürfe unter den ersten drei zu platzieren. Am besten natürlich Platz eins, da dieser Entwurf dann auch realisiert wird. Der Gewinn der aktuellen Sonderbriefmarke »1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland« hat mich aus zwei Gründen besonders gefreut. Zum einen, weil mich das Thema sehr interessiert hat und zum anderen, weil die Entscheidung auf den von mir persönlich favorisierten Entwurf gefallen ist, der in seiner nach vorne gerichteten Ausrichtung sehr positiv aufgenommen wird.

5. Was ist das Besondere bei den Auschreibungen?

Der Wettbewerb findet dreimal im Jahr statt. Je Thema werden sieben Designer aus dem Designerpool des Bundesfinanzministeriums eingeladen, bis zu drei Entwürfe einzureichen. In einem anonymen Auswahlverfahren werden die Plätze eins bis drei ermittelt, die dann dem Bundesfinanzminister zur Bestätigung vorgelegt werden. Dann werden Marke, zwei Sonderstempel, Zehnerbogen und ein Schmuckfeld für den Ersttagsbrief finalisiert und in Millionenauflage produziert.

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24. März 2021

Jo und der Wolf – und unser strategisches Handwerk mit klarem Qualitätsanspruch.

Heute im Fokus: Acrylpinsel aus Südkorea. Warum Südkorea?

Ich habe Stefan gefragt, weil ich von Illustrationspinseln als Texter natürlich keine Ahnung habe. Er meinte: »Die Qualität der Pinsel ist sehr gut! Ich hatte mir die Pinsel vor über zehn Jahren in Seoul gekauft – und noch immer habe ich sie in Verwendung. Nach wie vor lassen sich die Pinsel hervorragend säubern, kein Spreizen der Pinselhaare und kein Verkleben. Und der Einsatz von Pinsel, Farbe und Papier ist garnicht auf die Illustration beschränkt. Es ist ist ein Werkzeug. So wie Computer, Software, Stifte etc. Werkzeuge im Gestaltungsprozess sind. Wichtig ist die Vor- und Nachteile zu kennen und dann gezielt das passende Werkzeug für die Gestaltung zu verwenden. Mit Pinsel und Farbe lässt sich z.B. wunderbar das »Prinzip des Zufalls« in seine Arbeit einbauen. Sicher, die Idee entsteht in unseren Köpfen, aber durch die Wahl des richtigen Werkzeugs können gute und passende Design-Ergebnisse entstehen. Bei unserem Markenauftritt für Talentation hat der »Pinsel« unterstützt 🙂 und bei unserer Masdorp-Publikation war es der Graphitstift, der das Design belebt hat!«

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17. März 2021

Jo und der Wolfs Digital-Kontroverse. Heute: Data Science versus reales Beobachten, Sprechen und Lernen.

Data-Science & Business Analytics mit mithilfe von statistischen Modellen, Machine Learning, KI und BI prägen einen der wichtigsten Digital-Trends in 2021. Exzellent analysierte und top aufbereitete Daten z.B. von Nutzern werden für dich als Unternehmer mehr und mehr zu der Währung für unternehmerische und strategische Entscheidungen. Doch wer macht was wie? Um sich mit Daten professionell zu beschäftigen, sind Data Engineers im Einsatz. Diese Nerds nutzen Tools und Methoden, wie z.B. Lineare und logistische Regression, Decision Tree, Support Vector Machine, Naive Bayes, K-Nearest-Neighbor und v.a. Doch die aufbereiteten und analysierten Daten müssen auch für den Laien bewertbar werden. Dazu können z.B. Dashboards für verschiedene Nutzergruppen zum Einsatz kommen, die helfen, das Ganze zu visualisieren und verständlich zu machen.

Und genau hier grätschen wir als strategisch denkende Kreativ Direktoren rein. Denn: Gut analysierte Daten und deren plattes Integrieren in Marketing-Strategien macht nicht glücklich. Bedenke, dass hinter jedem Datensatz Menschen mit individuellen Bedürfnissen und Verhaltensweisen stehen und dass jedes so aufbereitete Profil nur einen kleinen Teil der Wahrheit über menschliches Verhalten abbildet. Nutze weiterhin deinen gesunden Menschenverstand, setze auf deine Intuition und Empathie und führe Gespräche mit Nutzern und Usern. Schau dir Konsumenten im realen Leben an. Hinterfrage und überlege, wie du selber reagierst, wenn du im Netz und außerhalb davon unterwegs bist. Bloße Datengläubigkeit bringt uns bei aller Professionalisierung von Data Sience und Business Analytics nicht weiter.

Der Mensch ist zu komplex, als dass er als Datensatz bewertbar wäre. Machine Learning, KI und BI sollten dennoch ergänzend und klug in Entscheidungsprozesse und Marketingstrategien einbezogen werden ohne das eigene Hirn und Empfinden abzuschalten. Uns sagte mal vor zwanzig Jahren ein Marktforscher: »Wahrer Erfolg ist und bleibt ein Mysterium. Weil der Mensch ein Mysterium bleibt.« Daran hat sich bis heute nichts geändert.  

Jowii

10. März 2021

Das »Fünf-Sinn-Fragen«-Mini-Interview von Jo und der Wolf.

Heute mit Michel Ludwig, Inhaber und Kreativchef der strategischen Designagentur Kool Kreative im westaustralischen Perth, die kommunikativ u.a. einige Projekte von Aboriginals unterstützt.

1. Michel, what does happiness mean to you?

A life surrounded by people and an environment that inspires, engages and challenges me.

2. Which character trait means the most to you?

Kindness. In a world that feels more polarised and self-interested than ever, the capacity to think and act for the benefit of others is incredibly important.

3. Thinking about the concept of „Change as an Opportunity“ – what presents the greatest challenge to you as the owner of an agency? 

It feels like both the challenges and the opportunities that technology presents us are limitless. I see the biggest challenge in understanding and predicting where technology presents a genuine opportunity and what is a ‘fad’ or even a challenge to the way we do business. Reminding ourselves and our clients that regardless of the medium, a well communicated, creative message is king.

4. As an immigrant, what does it mean to you to support Aboriginal Australians through socially focussed communication projects?

The role of immigrants to Australia, both first generation arrivals like myself and those that have immigrated in the last 230 years, is primarily to learn and understand what the oldest continuous culture on earth can teach us. I see our role less in creating communication projects that ‘talk at’ people, but to partner with Aboriginal businesses, artists and organisations in creating meaningful, respectful and effective communication that might be different from how we have been taught is the ‘right’ way to communicate. 

5. When you think of the future of Aborignal Australia – what do you want from Australian politics and the wider community?

It’s about understanding and equity. There is so much we can learn from the cultures that have lived successfully and in harmony with the Australian environment for tens of thousands of years. Australia as a nation needs to find a way to embrace its cultural history. That is done by education. By integrating culture, languages and embracing knowledge of place pre european settlement. It means including Aboriginal Australians in decisions about the use of land and the environmental impact of human action in Australia and honouring our nation’s cultural heritage pre European settlement.

©Michel_Ludwig

3. März 2021

Jo und der Wolf sind offizielle Gönner des NOVUM-Nachfolgers »Grafikmagazin«.

Die NOVUM, die seit 1924 weltweit zu den führenden Grafik-Magazinen zählte, wurde Ende 2020 eingestellt. Dank einer Vielzahl von Unterstützern, formiert sich die wertvolle Arbeit der Redaktion nun unter dem Namen »Grafikmagazin« neu. Wir gratulieren zur Premiere und wünschen allen Beteiligten viel Spaß und Erfolg!

joundwo_Grafikmagazin

24. Februar 2021

Das »Fünf-Sinn-Fragen«-Mini-Interview von Jo und der Wolf.

Heute mit Florian Beger, Geschäftsführer der AIDS-Hilfe Hessen e.V., der mit seinem engagierten Team wertvolle Arbeit leistet. Wir freuen uns sehr über Florians Teilnahme an unserem Interview und legen Euch seine Einblicke und Gedanken ans Herz.

1. Lieber Florian, was bedeutet für dich Glück?

Wir leben in einer Welt, in der der Begriff des Glücks oft mit Nutzen gleichgesetzt wird. Persönliches Glück wird dann oft im Genuss von Gütern und Erlebnissen, im Konsum, gesucht. Das hinterlässt uns aber in Wirklichkeit unbefriedigt. Auch ekstatische Erlebnisse sollen Glücksgefühle machen. Glück erfahren wir aber meiner Ansicht nach am ehesten in Situationen, in denen wir gar nicht damit rechnen. Dann wenn uns ein Gefühl von Stimmigkeit erfasst, die Gewissheit, dass die Welt in Ordnung ist oder in Ordnung kommen wird. Es ist ein enthebender Zustand, der mit Ruhe, Gelassenheit und Freude zugleich verbunden ist.

2. Welcher menschliche Wert hat für dich aktuell die größte Bedeutung?

Gemeinschaft, die kultur- und sinnstiftende Kraft des Zusammen- und Miteinanderseins.

3. Was treibt dich bei deiner Arbeit für die Hessische Aidshilfe am stärksten an?

Die Aidsarbeit konzentriert sich auf Menschen, deren Lebenswege und Lebensformen oft von der vermeintlichen Norm abweichen, teilweise ganz erheblich. Ein gutes Leben kann nicht allein in der Konzentration auf das persönliche Wohlergehen zu suchen sein, mit der Folge, dass man blind und taub für die anders gearteten Erfahrungen anderer wird. Offenheit für die Erfahrungen und auch die Leiden anderer ist Bedingung von Wahrhaftigkeit. Bei der Aidshilfe zu arbeiten geht mit dem Privileg einher, seine Zeit so einsetzen zu dürfen: Offen für andere bleiben zu können, und sich bei allen Unterschieden gegenseitig zu unterstützen.

4. Was ist aktuell Euer wichtigstes Projekt?

Aktuell wird uns bewusst, wie wichtig unser Kerngeschäft ist: Im Kontakt und ansprechbar zu bleiben für die Menschen, die bei der Aidshilfe soziale Unterstützung und Hilfe suchen. Weil viele Menschen, die auf die Aidshilfe zurückgreifen, von Einsamkeit und Isolation betroffen oder bedroht sind, ist die Beratung und Begleitung im Einzelfall gerade in der aktuellen Situation von Kontaktbeschränkungen und Isolation ganz besonders wichtig. Wir hoffen, diejenigen unter unseren Nutzer*innen, die besonders unter der Einsamkeit leiden, etwas auffangen zu können. Für einen Teil unserer Nutzer*innen bedeutet die aktuelle Situation auch die Verschlimmerung existentieller Sorgen – da wollen wir unterstützen.
In Bezug auf die spätere Zeit ist ein Forschungsprojekt wichtig, an dem wir im Moment in Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern arbeiten. Es geht darum, herauszufinden, was wir in Hessen tun können, damit weniger Menschen sich mit HIV infizieren und diejenigen, die mit HIV leben, Zugang zur Versorgung finden und keiner Diskriminierung ausgesetzt werden. Im Rahmen der Forschung werden dabei viele Angehörige der hauptsächlich von HIV betroffenen Gruppen gefragt und gehört – ihre Perspektive, Ideen und Wünsche sind zentral.

5. Wenn du an die Zukunft denkst – was wünscht du dir von Gesellschaft und Politik in Bezug auf den Umgang mit AIDS und HIV-Positiven am meisten?

Wir sind weit gekommen: eine HIV-Infektion kann heute als gut behandelbare chronische Erkrankung verlaufen. Wenn der Zugang zur medizinischen Versorgung gewährleistet ist, muss HIV nicht mehr Aids bedeuten und die Betroffenen haben eine normale Lebenserwartung. Auch die gesellschaftliche Stigmatisierung und Diskriminierung hat nachgelassen. In den 1980er Jahren haben Politiker*innen noch die Isolation und Ausgrenzung von HIV-positiven Menschen gefordert, damit haben sie sich in Deutschland glücklicherweise nicht durchgesetzt. Aber HIV ist mit Scham, Stigma und Ausgrenzung verbunden – nach wie vor. Hier müssen wir ansetzen: Verschiedenheit von Lebensentwürfen und Hintergründen wertschätzen lernen und Menschen, die von Krankheit oder anderen Benachteiligungen betroffen sind, nicht ausgrenzen, sondern mit ihnen verbunden und solidarisch bleiben.

©Florian_Beger

17. Februar 2021

Jo und der Wolf präsentieren:

Finest Publishing in Print! Unser Newcomer-Projekt für die Frankfurter Wirtschaftsprüfungskanzlei Masdorp. Die Erstausgabe des nagelneuen Publikationskonzeptes »Denk.Würdig«. Mit dem Social-Thema »Smartphone-Kultur«. Echt? Solch ein Thema von einer Kanzlei, aufbereitet für Mandanten? Warum zeigt ein Wirtschaftsprüfer nichts mit Zahlen? Weil das jeder erwartet.

Die Kanzlei Masdorp möchte mit »Denk.Würdig« einmal im Jahr ein gesellschaftrelevantes Thema beleuchten, möchte Denkanstöße provozieren und Perspektivenwechsel ermöglichen. Wir haben uns dieser Aufgabe angenommen. Von der Strategie und dem Konzept über die komplette redaktionelle und kreative Umsetzung. Mit über 30 handgefertigten Illustrationen, für die Stefan Wolf die Graphitstifte gespitzt hat. Jede einzelne Illu aus dem jeweiligen Kontext heraus mit einer eigenen Idee. Auf 52 Seiten. Gedruckt auf feinstem Papier: Munken Lynx zartweiß. Gebunden mittels Steppstichheftung. Mit freundlicher Unterstützung und Begleitung der Produktionsprofis von Komminform, Miltenberg. Das ist Print-Publikation at its Best.

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11. Februar 2021

Das »Fünf-Sinn-Fragen«-Mini-Interview von Jo und der Wolf.

Heute mit Dr. Frauke Fischer, Biologin und Expertin für Biodiversität, Key Note Speakerin sowie Gründerin und Mit-Inhaberin der Agentur Auf! in Frankfurt. Dr. Frauke Fischer ist zudem Buchautorin des Fachbuchs »Was hat die Mücke je für uns getan?«, das im oekom Verlag erschienen ist.

1. Liebe Frauke, was bedeutet für dich Glück?

Mit voller Kraft das machen zu können, wofür ich brenne.

2. Welcher menschliche Wert hat für dich aktuell die größte Bedeutung?

Vertrauen

3. Welchen Sinn hat Biodiversität in Bezug auf unsere Existenz?

Biodiversität macht nicht nur »Sinn«, sie ist die Basis menschlichen Wohlergehens. Während unser Umgang mit dem Klimawandel darüber entscheidet, wie wir in Zukunft leben werden, geht es beim Verlust von Biodiversität darum, ob wir in Zukunft leben werden.

4. Was treibt dich bei deiner Arbeit wirklich am stärksten an?

Die Hoffnung – und oft auch die Gewissheit – einen echten Unterschied hin zum Besseren machen zu können.

5. Wenn du an die Zukunft denkst – was wünschst du dir von Gesellschaft und Politik in puncto Nachhaltigkeit am meisten?

Dass wir im Sinne ALLER und nicht nach dem Willen WENIGER entscheiden. Dann hätten wir alle Herausforderungen im Kontext der Nachhaltigkeit vielleicht bald im Griff.

Frauke Fischer

2. Februar 2021

Das »Drei-Sinn-Fragen«-Mini-Interview von Jo und der Wolf.

Heute mit Heiko Burrack, Organspende-Experte und Buchautor des Fachbuchs »Leben hoch zwei«. Heiko Burrack lebt und arbeitet in Freiburg.

1. Heiko, was bedeutet für dich Glück?

»Und du denkst, dein Herz schwappt dir über, Fühlst dich vom Sentiment überschwemmt, Es sind die einzigartigen Tausendstel-Momente, Das ist, was man Sekundenglück nennt.« Grönemeyer, Sekundenglück

2. Welcher menschliche Wert hat für dich aktuell die größte Bedeutung?

Solidarität

3. Wenn du an die Zukunft denkst – was wünschst du dir von Politik und Gesellschaft in puncto Organspende?

Den Mut mehr an die Lebenden als an die Toten zu denken.

Heiko Burrack
Buch: Heiko Burrack Leben hoch 2

26. Januar 2021

Live-Gang unseres neuen Webauftritts, mit dem wir die nächste Stufe unserer Mission zünden: Die Glücksbilanz von Unternehmerinnen, Unternehmern und Unternehmen nachhaltig zu optimieren und Gutes zu kommunizieren. Wir freuen uns gemeinsam mit Euch, unseren tollen Kunden, engagierten Geschäftspartnern und lieben Freunden, auf ein spannendes 2021. Greifen wir gemeinsam nach neuen Sternen!

Jo und Wo Webauftritt

5. Januar 2021

Begrüßung und Einführung von JOWii, unserem kleinen Roboter, der im Team von Jo und der Wolf als Sparringspartner für alle digitalen Themen fungiert – von KI über AR und VR bis hin zu Online-Marketing-Themen. JOWii pflegt engste Verbindung zu unseren vielen Kooperationspartnern aus der Digital-Strategie und ist zudem auf humanoide Züge programmiert, da wir neben der Frage nach relevanten KPIs und Performance im Netz immer auch den Sinn des Ganzen und den Menschen im Blickfeld behalten.

JOWii

3. Dezember 2020

Freigabe des von uns entwickelten Signets »POSITIVE POWER« für die neue Kampage der Hessischen Aidshilfe. Mit dem neuen Signet soll die positive Kraft der gemeinsamen Anstregungen zur Schließung von Versorgungslücken in der Betreung und Begleitung von HIV-Positiven kommuniziert werden. Im Rahmen der Kampagne ist auch die Realisierung einer Video-Serie geplant, bei der uns Christian Muth von Muth Media unterstützt.

Positive Power

24. November 2020

Druckabnahme unserer edlen Masdorp-Publikation in Zusammenarbeit mit KOMMINFORM. Gedruckt wurde auf dem Papier »Munken Lynx zartweiß«, Umschlag 240g, Innenseiten 170g. Zudem haben wir uns bei der Art der Bindung für eine Steppstichheftung entschieden, die so nur noch von drei Dienstleistern in Deutschland umgesetzt wird. Als Referenzfarbe für den Faden diente der im CD manifestierte Blauton des Auftritts. Eine weitere Besonderheit der Publikation stellen die über 30 Strichzeichnungen dar, die Stefan Wolf im Original mit Graphitstift auf Acrylpapier anlegte. Da wir auf ungestrichenem Papier gedruckt haben, bleibt der Charakter der Zeichnung in seiner besonderen Ausdruckskraft erhalten. Unser Credo: Wir arbeiten jeden Tag rein digital, ehren und küren je nach Strategie jedoch die handwerkliche Güte exzellener Printmaßnahmen.

Stefan Wolf und Jochen Klein stehen in der Druckerei
Stefan Wolf betrachtet einen Ausdruck
Denk.WÜrdig

6. Oktober 2020

Briefinggespräch bei der Hessischen Aidshilfe in der Böttgerstraße in Frankfurt. Es soll eine Kampagne entwickelt werden, die das gesellschaftliche Bewusstsein für HIV-Positive in bezug auf Versorgungslücken, die je nach sozialer Situation oder Region nach wie vor existieren, schärfen soll. So ist z.B. die medizinische Kompetenz und die Versorgung von HIV-Positiv-Erkrankten teilweise noch immer ungenügend oder lückenhaft. Fakt ist: HIV ist weltweit nach wie vor eine gesellschaftliche Herausforderung und gerade durch die Corona-Pandemie verzögert sich der globale Plan (UNAIDS 2030) die Aids-Pandemie bis zum Jahr 2030 erfolgreich zu beenden. Wir haben mit Florian Beger, GF der Hessischen Aidshilfe, noch mal die wichtigsten Aspekte der neue Kampagne erörtert und das Briefing geschärft.

Zwei Personen stehen vor einem Whiteboard

28. August 2020

Produktionsmeeting in der Kanzlei Masdorp. Stefan definiert zusammen mit unserem Kunden, dem Wirtschaftsprüfer Rolf Masdorp, Farben und Papierqualität für die Produktion der Erstausgabe von Denk.Würdig – der neuen Publikation der Frankfurter Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzlei.

Rolf Masdorp und Stefan Wolf wählen Farben aus